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 | Wir klären Sie über dieses Thema auf
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 | Mein Standpunkt dazu entspricht den Grundsätzen des
CfBrH
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 | Wir versuchen, den Faktor bei unserer Zuchtplanung
zu berücksichtigen
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 | Möchten Sie sich über das Thema informieren,
bietet das Web hinreichend Möglichkeiten dazu
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 | die Diskussionen, die darüber in vielen Foren
geführt werden, drängen leider die Robustheit und Langlebigkeit des
Collies in den Hintergrund |

"Es ist sehr bedauerlich,
dass der Ruf unserer liebevollen Rasse Schaden genommen hat und unter den
Colliezüchtern eine große Verunsicherung entstanden ist. Sicherlich hatte sich
niemand etwas Böses dabei gedacht, als wir vor ca. gut drei Jahren den ersten
Aufforderungen der Uni Gießen folgten, Blutproben unserer Collies zwecks eines
MDR1 – Gentest einzuschicken. Wusste man doch bereits seit vielen Jahren, dass
Collies und zum Teil auch artverwandte Rassen empfindlich auf den Wirkstoff
Ivermectin reagierten, so sollte nun der Grund in einer genetischen Mutation des
Gens MDR1, des Gens, welches für die Blut-Hirn-Schranke zuständig ist,
begründet sein. Um Gewissheit und noch mehr Informationen darüber zu gewinnen,
haben wir auch gerade als Colliefreunde dieses wissenschaftliche Interesse auch
mit den Test unserer Collies unterstützt. Gern kamen wir entsprechenden
Aufrufen im Sinne der Wissenschaft und Forschung nach, denn wir wollten bezüglich
der entsprechenden Medikamentensensibilität Klarheit haben. Niemand von uns
dachte zu diesem Zeitpunkt wohl daran, Lobbyismus und Monopolismus zu fördern
oder Bestimmungen zu schaffen, die unsere züchterische Freiheit einschränken
sollten. Schon gar nicht war uns daran gelegen, dass MDR1 – Kampagnen im
Internet den Ruf der Rasse Collie beschädigen. Ich möchte niemandem
unterstellen, dass vorsätzlich oder eigennützig solche Kampagnen initiiert
wurden, man hat wohl die Folgen ganz einfach unterschätzt. Die Rufschädigung,
die den Collies dadurch zugefügt wurde, ist wohl schwerlich wieder gut zu
machen. Unser Ziel muss es erstmal sein, den Ruf des Collies, als gesunde und
widerstandsfähige Rasse mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca. 14
Jahren in der Öffentlichkeit wieder herzustellen. Darüber hinaus sollten wir
ein mehrjähriges Screening mit den Zuchthunden durchführen und dieses
wissenschaftlich begleiten. Ob eine Meidezucht auf MDR1 -/- möglich und
notwendig ist, sollte an weitere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse geknüpft
sein. Nach bisheriger These hat sich diese Genmutation über zwei Jahrhunderte
in der Kynologie gehalten und verbreitet, ohne dass gesundheitliche Schäden
aufgetreten sind.
Hier eine Zusammenfassung der für uns interessanten
wissenschaftlichen Ergebnisse zweier Untersuchungen von Dr. Mark Neff von der
Universität von Kalifornien und seinen Kollegen aus den Jahren 2001 und 2004
zur Verbreitung und genetischen Variationen der MDR1-Mutation (übersetzt und
zusammengefasst von Sarah Boyd):
Mark Neff und Kollegen untersuchten über hundert Hunderassen auf
MDR1-Mutationen im Genom und sind dabei auf über 10 verschiedene Varianten der
MDR1-Mutation gestoßen. Basierend auf diesen verschiedenen Varianten und deren
relativer Häufigkeit in den einzelnen Rassen konnten die Forscher berechnen,
dass die ersten MDR1-Mutationen zwischen 1400 und 1700 aufgetreten sein müssen
und danach durch Verpaarungen zwischen den damals noch gar nicht etablierten
Rassen verbreitet wurden.
Interessanterweise tritt die MDR1-Mutation heute in den Stichproben der Forscher
in gleichem Maße bei englischen und amerikanischen Collies auf.
Insbesondere weisen die Forscher auf einen vermuteten Zusammenhang zwischen der
MDR1-Mutation und der Langhaarigkeit hin, was beim Shetland Sheepdog und beim
Lomghaired Whippet zu einer Konzentration auf einen bestimmten Typ der
MDR1-Mutation führte. Ein überraschendes Ergebnis der Studie war, dass
einzelne Sighthound-Rassen (auf Sicht jagende Jagdhunde) ebenfalls von der
MDR1-Mutation betroffen sind. Neff und Kollegen folgern daraus Verpaarungen
zwischen den Rassen noch im 20. Jahrhundert.
Bezogen auf den Zusammenhang zwischen MDR1-Mutation und Ivermectin-Sensitivität
weisen Neff uns Kollegen darauf hin, dass trotz bestätigter
Ivermectin-Sensitivität bei den Rassen Border Collie, Bearded Collie und
Australian Cattle Dog bislang keine MDR1-Mutationen entdeckt wurden, und dass
Medikamenten-Unverträglichkeit in den seltensten Fällen auf ein einzelnes Gen
zurückgeführt werden kann. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass auch bei
heterozygot betroffenen Collies wissenschaftliche Belege über
Medikamenten-Unverträglichkeiten vorliegen. Doch was den einen Medikamenten ein
Fluch, kann den anderen ein Segen sein: Bei MDR1 (-/-)-Hunden können
Krebsgeschwüre besser medikamentös behandelt werden, weil die Krebsmedikamente
leichter in den Tumor eindringen und dort wirken können.
Abschließend empfehlen die Wissenschaftler, zunächst die Tierärzteschaft
aufzuklären und vor einer Therapie mit Ivermectin oder vergleichbaren
Medikamenten einen MDR1-Gentest zu verlangen. Gleichzeitig warnen sie wegen der
starken Verbreitung der MDR1-Mutation bei den Collies vor übereilten
Zuchtprogrammen, die viel schwerwiegendere Folgen für die Gesundheit unserer
Rasse haben können: Selbst wenn nur bei 10% einer Rasse die Mutation (rein oder
mischerbig) vorliegen würde, müsste man über mehrere Generationen daran
arbeiten, den Genpool nicht zu sehr einzuengen.
Neuere aussagekräftige wissenschaftliche Erkenntnisse
gibt es bis heute darüber hinaus noch nicht. Somit sollte mit dem Thema MDR1
weiterhin seriös und ohne Panik umgegangen werden. Übereilte Zuchtmaßnahmen
sind absolut unnötig, den die MDR1 – Genmutation gibt es seit einigen
Hundertjahren.
Mit freundlichen Grüßen, gez. Claus-Peter Fricke, komm. Rassebetreuer
Collie Langhaar
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